Mrz 2

Das Reich der verborgenen Riesen

In diesem gewaltigen neuen Bild werden Wolken aus purpurrotem Gas von seltenen, massereichen Sternen erleuchtet, die vor nicht allzu langer Zeit gerade erst gezündet haben und noch tief in dicken Staubwolken verborgen sind. Diese sengend-heißen, sehr jungen Sterne sind nur flüchtige Darsteller auf der kosmischen Bühne und ihre Entstehung bleibt weiterhin voller Rätsel. Der gewaltige Nebel, in dem diese Riesen geboren wurden, ist hier zusammen mit seiner sternenreichen und faszinierenden Umgebung detailreich vom VLT Survey Telescope (VST) der ESO am Paranal-Observatorium in Chile aufgenommen worden. In dieser Weitwinkelaufnahme sind auch viele andere interessante Objekte zu sehen: Zum Beispiel sind die Filamente rechts im Bild Überbleibsel der lange zurückliegenden Supernova SNR G332.4-00.4 (auch als RCW 103 bezeichnet), und die glimmenden roten Filamente im unteren linken Bereich (RCW 104) umgeben den ungewöhnlichen und sehr heißen Wolf-Rayet-Stern WR 75. Über die gesamte kosmische Landschaft hinweg sind Flecken aus dunklem Staub zu sehen, die alles im Hintergrund verschleiern. Herkunftsnachweis: ESO

In diesem gewaltigen neuen Bild werden Wolken aus purpurrotem Gas von seltenen, massereichen Sternen erleuchtet, die vor nicht allzu langer Zeit gerade erst gezündet haben und noch tief in dicken Staubwolken verborgen sind. Diese sengend-heißen, sehr jungen Sterne sind nur flüchtige Darsteller auf der kosmischen Bühne und ihre Entstehung bleibt weiterhin voller Rätsel. Der gewaltige Nebel, in dem diese Riesen geboren wurden, ist hier zusammen mit seiner sternenreichen und faszinierenden Umgebung detailreich vom VLT Survey Telescope (VST) der ESO am Paranal-Observatorium in Chile aufgenommen worden. In dieser Weitwinkelaufnahme sind auch viele andere interessante Objekte zu sehen: Zum Beispiel sind die Filamente rechts im Bild Überbleibsel der lange zurückliegenden Supernova SNR G332.4-00.4 (auch als RCW 103 bezeichnet), und die glimmenden roten Filamente im unteren linken Bereich (RCW 104) umgeben den ungewöhnlichen und sehr heißen Wolf-Rayet-Stern WR 75. Über die gesamte kosmische Landschaft hinweg sind Flecken aus dunklem Staub zu sehen, die alles im Hintergrund verschleiern. Herkunftsnachweis: ESO

In diesem gewaltigen neuen Bild werden Wolken aus purpurrotem Gas von seltenen, massereichen Sternen erleuchtet, die vor nicht allzu langer Zeit gerade erst gezündet haben und noch tief in dicken Staubwolken verborgen sind. Diese sengend-heißen, sehr jungen Sterne sind nur flüchtige Darsteller auf der kosmischen Bühne und ihre Entstehung bleibt weiterhin voller Rätsel. Der gewaltige Nebel, in dem diese Riesen geboren wurden, ist hier zusammen mit seiner sternenreichen und faszinierenden Umgebung detailreich vom VLT Survey Telescope (VST) der ESO am Paranal-Observatorium in Chile aufgenommen worden.

In dieser Weitwinkelaufnahme sind auch viele andere interessante Objekte zu sehen: Zum Beispiel sind die Filamente rechts im Bild Überbleibsel der lange zurückliegenden Supernova SNR G332.4-00.4 (auch als RCW 103 bezeichnet), und die glimmenden roten Filamente im unteren linken Bereich (RCW 104) umgeben den ungewöhnlichen und sehr heißen Wolf-Rayet-Stern WR 75. Über die gesamte kosmische Landschaft hinweg sind Flecken aus dunklem Staub zu sehen, die alles im Hintergrund verschleiern.

Herkunftsnachweis:
ESO

Bei RCW 106 handelt es ich um eine weit ausgestreckte Wolke aus Gas und Staub, die sich etwa 12.000 Lichtjahre entfernt im südlichen Sternbild Winkelmaß (lat. Norma) befindet. Der Name der Region leitet sich davon ab, dass sie den 106. Eintrag im Katalog der H II-Regionen in der südlichen Milchstraße darstellt [1]. H II-Regionen wie RCW 106 sind Wolken aus Wasserstoffgas, die durch das intensive Sternlicht der sengend-heißen, jungen Sterne ionisiert werden, wodurch sie zum Leuchten angeregt werden und sonderbare und zugleich wunderschöne Formen annehmen.

RCW 106 selbst ist die rote Wolke über der Mitte dieses neuen Bildes, obwohl der größte Teil dieser riesigen H II-Region hinter Staub verborgen und deutlich ausgeprägter als der sichtbare Teil ist. In dieser Weitwinkelaufnahme des VST sind außerdem viele Objekte zu sehen, die in keinem direkten Zusammenhang mit der Wolke stehen. Zum Beispiel sind die Filamente rechts im Bild Überbleibsel einer lange zurückliegenden Supernova und die glimmenden roten Filamente im unteren linken Bereich umgeben einen ungewöhnlichen und sehr heißen Stern [2]. Über die gesamte kosmische Landschaft hinweg sind Flecken aus dunklem Staub zu sehen, die alles im Hintergrund verschleiern.

Astronomen untersuchen RCW 106 seit geraumer Zeit, wenn auch nicht die purpurroten Wolken ihre Aufmerksamkeit auf sich ziehen, sondern viel eher der mysteriöse Ursprung der massereichen und leuchtkräftigen Sterne, die im Inneren begraben liegen. Trotz der Tatsache, dass sie sehr hell sind, sind sie auf Bildern im sichtbaren Licht wie diesem nicht zu erkennen, da der sie umgebende Staub zu dicht ist. Ihre Gegenwart wird jedoch auf Bildern dieser Region bei längeren Wellenlängen deutlich.

Für weniger massereiche Sterne wie die Sonne ist der Entstehungsprozess sehr gut verstanden – wenn Wolken aus Gas unter Gravitation in sich zusammenfallen, erhöhen sich Dichte und Temperatur und die Kernfusion beginnt – für die meisten massereichen Sterne, die in Gebieten wie in RCW 106 verborgen sind, scheint diese Erklärung jedoch nicht völlig auszureichen. Diese Sterne – die Astronomen als O-Sterne bezeichnen – können Massen im Bereich von mehreren Dutzend Sonnenmassen annehmen und es ist noch nicht vollständig geklärt, wie sie es schaffen, genug Gas anzusammeln und auch zusammenzuhalten, so dass sie sich überhaupt bilden können.

O-Sterne entstehen wahrscheinlich aus den dichtesten Teilen der Nebelwolken wie RCW 106 und sind berühmt und zugleich berüchtigt dafür, dass sie sich nur schwer untersuchen lassen. Abgesehen von der Verdunklung durch Staub, stellt die geringe Lebensdauer eines O-Sterns eine weitere Herausforderung dar. Sie verbrennen ihren nuklearen Treibstoff innerhalb von nur wenigen zehn Millionen Jahren, während massearme Sterne mehrere 10 Milliarden Jahre leben können. Dass sich Sterne dieser Masse nur schwer bilden können und auch eine kurze Lebensdauer haben, hat zur Folge, dass sie sehr selten vorkommen – nur einer von drei Millionen Sternen in unserer kosmischen Nachbarschaft ist ein O-Stern. Keiner dieser Sterne, die existieren, ist nah genug, um genauer untersucht werden zu können und so bleibt die Entstehung dieser flüchtigen stellaren Riesen weiterhin rätselhaft, obwohl ihr weitreichender Einfluss in glühenden H II-Regionen wie dieser untrüglich ist.

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