Okt 20

Wo noch nie ein Mensch gewesen ist

Geraer will ein Planetarium bauen

OTZ, 19.10.2016

Ronny Elsner ist Software-Entwickler und liebt die Sterne. Er ist Vorsitzender des „Astronomischen Zentrums “. Er will den Geraern die Sterne wieder hautnah zeigen mit dem Bau eines Planetariums.

Vereinsvorsitzender Ronny Elsner zeigt die Räume für das neue Planetarium, Museum und Lernort in der Leipziger Straße. Noch ist hier eine Baustelle. Foto: Marcus Pfeiffer

Gera. An Visionen mangelt es Ronny Elsner nicht. Als Besucher ist es schwer vorstellbar, dass in den Räumlichkeiten im Hinterhof des Metropol Kinos ein Planetarium entstehen soll. Überall sieht man, dass man sich auf den 90 Quadratmetern auf einer Baustelle befindet. Die Lüftungsanlage steht im Raum und wartet auf die Installation, eine Schubkarre befindet sich in einer anderen Ecke und einige Ständerwände fehlen auch noch.

Vereinsvorsitzender Ronny Elsner zeigt die Räume für das neue Planetarium, Museum und Lernort in der Leipziger Straße. Noch ist hier eine Baustelle. Foto: Marcus Pfeiffer

Vereinsvorsitzender Ronny Elsner zeigt die Räume für das neue Planetarium, Museum und Lernort in der Leipziger Straße. Noch ist hier eine Baustelle. Foto: Marcus Pfeiffer

Gera. An Visionen mangelt es Ronny Elsner nicht. Als Besucher ist es schwer vorstellbar, dass in den Räumlichkeiten im Hinterhof des Metropol Kinos ein Planetarium entstehen soll. Überall sieht man, dass man sich auf den 90 Quadratmetern auf einer Baustelle befindet. Die Lüftungsanlage steht im Raum und wartet auf die Installation, eine Schubkarre befindet sich in einer anderen Ecke und einige Ständerwände fehlen auch noch.
Im September 2015 gehörte Elsner zu den Gründern des „Astronomischen Zentrums Gera“. Seitdem ist viel passiert. „Wir haben einen Standort gefunden für unser Planetarium und vor ein paar Tagen den Mietvertrag unterschieben“, erzählt Elsner stolz. Existierten vor einem Jahr nur Pläne und Ideen, gibt es nun sicht- und fühlbare Ergebnisse. Einige Objekte sind verpackt in Kisten, Schaukästen sind bereits da und Plakate zieren einige Wände. „Wir haben einige private Förderer. Wir brauchen natürlich noch mehr Geld, um unsere Ideen umzusetzen. Was noch fehlt sind Sponsoren aus Unternehmerkreisen“, gibt Elsner unumwunden zu. „Unser Verein hat das Ziel zur Weihnachtszeit das Planetarium zu eröffnen.“

Es gibt einen ganz konkreten Plan, was entstehen soll: Ein multifunktionaler Raum. Zum einen ein Kuppelkino, zum anderen ein Museum. „Es soll ein Ort sein, der einem ständigen Wandel unterliegt. Es soll in einem vergleichsweise kleinen Raum so viel wie möglich passieren“, deutet er an.

Museum, Tagungsraum, Kino und vieles mehr

Ein Tag im fertigen Planetarium würde nach den Vorstellungen von Elsner in etwa wie folgt aussehen: Früh könnten beispielsweise Schulklassen unter der 360-Grad-Kuppel die Sonne anhand einer Projektion erforschen. Mittags sind Fachbesucher da, die vielleicht ein Seminar über Sonneneruptionen abhalten. Am Nachmittag kommen Besucher, die sich für den Museumsteil interessieren, während im Kuppelraum ­Jugendliche nach der Schule ein interaktives Videospiel mit bis zu acht Personen spielen. Am Abend würde dann ein 360-Grad-Kinofilm im Kuppelraum laufen. Das Konzept klingt ­erfolgversprechend, doch die ­Finanzierung könnte sich vielleicht als problematisch herausstellen, denn es ist sehr teure Technik von Nöten. „Das Know-how gibt es bereits, vieles wurde erprobt oder auf Messen vorgestellt“, erklärt Elsner.

Jugend-forscht-Projekt für 2017 angekündigt

Nicht nur die Unterhaltung steht im Mittelpunkt, auch Schulen und Kindergärten werden angesprochen. Er führt dazu aus: „Wir stehen mit verschiedenen Bildungseinrichtungen und deren Lehrern in Kontakt, die an unserem Haus interessiert sind. Ich will den Kindern ein außerschulisches Programm bieten, als praktische Ergänzung zum Unterricht. Das war in Gera seit der Schließung der Sternwarte nicht mehr möglich.“

Apropos Sternwarte: Ronny Elsner steht im engen Kontakt zu Oberbürgermeisterin Viola Hahn und dem jetzigen Besitzer der Sternwarte. „Wir suchen momentan nach einem geeigneten Standort für eine neue Sternwarte,“ teilt er mit. Momentan befindet die sich noch inmitten der Stadt. Das sei insofern problematisch, als dass die Umgebungsbeleuchtung das Sterne­gucken stark behindert. Das ­Betrachten der Sterne durch ein Teleskop würde deutlich vereinfacht, wenn es so dunkel wie möglich ist. Denn je weiter ein Himmelskörper von der Erde entfernt ist, desto schwächer leuchtet er. „Vor den Toren der Stadt wäre der Platz natürlich deutlich besser,“ gibt Elsner ­lächelnd zu bedenken.

Nicht nur das Betrachten der Sterne regt die Fantasie von Jung und Alt an, sondern auch das ­Jugend-forscht-Projekt für 2017. „Als Verein haben wir auch einen Bildungsauftrag. Dazu haben wir hier die Leihgabe eines Unternehmens. Das ist ein Computer, der mit Hilfe von Hard- und Software-Elementen Vernetzungen simulieren kann. Wer sich an einem derartigen Projekt beteiligen will, soll sich bitte bei uns melden“, sagt der Softwarespezialist Elsner.

Bis zum 30. November könne man sich noch bewerben. Das Projekt richtet sich an Schüler der Klassen acht bis zwölf, ergänzte er. Mit seinem Steckenpferd Software-Entwicklung kann er da natürlich auch viel Unterstützung bieten.

Was Elsner beim Werben für das Planetarium deutlich hervorhebt, sind die sozialen Netzwerke: „Wir sprechen die Jugend an mit dem Wecken von Erwartungen. Wir nutzen verstärkt Facebook und unsere Homepage, um unsere Pläne mitzuteilen. Wir setzen uns damit natürlich selbst unter Druck. Aber was wir uns mit dem Planetarium vorgenommen haben, schaffen wir“, blickt Elsner mit viel Zuversicht in die Zukunft.

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